Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld hat einen Roman geschrieben: Hitler in Hell, exklusiv bei Kindle erhältlich. Dieser Hitler sitzt in der Hölle, die ihn so langweilt wie vordem das Gefängnis in Landsberg am Lech. Wieder schreibt er mit Unterstützung durch Rudolf Hess seine Weltsicht auf. Da es in der Hölle nun auch Breitband-Anschlüsse gibt, hilft ihm das Black Internetz bei der Orientierung im aktuellen Weltgeschehen…

John Walker, vormaliger Gründer und Chef von Autodesk (bekannt durch die Konstruktions-Software Autocad), der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt und seinen persönlichen Interessen nachgeht, rezensiert van Crevelds Buch in seinem Blog. Die höllische Internet-Variante kommentiert er so: „My own personal idea of Hell would be an Internet connection which only allows you to read Wikipedia.“ Das ist zweideutig. Für mich jedenfalls wäre ein ausschließlich aus der Wikipedia bestehendes Internet die Hölle.

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Stellungnahme zu einem Referentenentwurf vom 17.05.2017, der für die Beratungen zur nächsten Novelle des Rundfunkstaatsvertrags den Telemedienauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neu definiert. Anders als z. B. von Leonard Dobusch behauptet, ist eine Lockerung des Zwangs zum Sendungsbezug von Online-Medien oder eine Vereinfachung der Prüfverfahren zu Telemedienkonzepten (Dreistufentests) im Entwurf nicht zu finden. Statt dessen gefällt er sich im Auftürmen sprachlicher Ungeheuerlichkeiten (z. B. gibt es eine dreifach mit dem Wort „überwiegend“ verschachtelte Bedingungskette) und bietet an anderen Stellen bloße Formulierungs-Retuschen ohne Substanz.

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Artikel der Chemnitzer Freien Presse vom 24.11.2016, zu dem ein paar Einschätzungen beigetragen wurden.

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Über mediale Faktoren seines Erfolgs und Konsequenzen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Von Wolfgang Hagen und Hermann Rotermund

Auch auf CARTA.info

Der Beitrag setzt sich mit vier Faktoren auseinander, deren spaltender Einfluss auf die Medien und die Öffentlichkeit der USA im jüngsten Präsidentschafts-Wahlkampf sichtbar wurden: der Tradition des Talk-Radios, den Fox News, den Scripted-Reality-Formaten des Fernsehens und den Teil-Öffentlichkeiten der Social Media des Internet. Er zieht Konsequenzen für die Aufgaben der deutschen öffentlich-rechtlichen Medien, deren Kommunikationsbemühungen im Social-Media-Bereich bislang nicht über die Verteilung von Links und Empfehlungen hinausgehen.

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Auch auf www.carta.info

Das 108-seitige Gutachten Legitimation und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Zeiten der Cloud von Dieter Dörr, Bernd Holznagel und Arnold Picot dient der Bestandsaufnahme und der Perspektivbestimmung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Es unternimmt den durch eine Perlenschnur von Thesen verbundenen Versuch, den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter den aktuellen Bedingungen der sich wandelnden Medienumgebung zu stützen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, aber schon die Analyse des Heute im Jahr 2016 lässt Fragen offen. Der Neologismus „Cloud-TV“ erweist sich dabei als wenig hilfreich.

Der Status quo ließe sich in wenigen Sätzen so beschreiben: Noch hat das Fernsehen neben der Internet-Nutzung eine bedeutende Rolle, wenn auch nicht mehr für alle Mediennutzer. Speziell das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat Jüngere, Ärmere und weniger Gebildete als Zuschauer schon verloren. Dabei ziehen die beiden letztgenannten Gruppen eher andere Fernsehanbieter vor und nutzen auch via Smartphone das Internet anders als die älteren, gebildeteren und einkommenstärkeren Mileus. Die Mediennutzung zur Unterhaltung und Ablenkung wird von öffentlich-rechtlichen Anbietern auftragsgemäß nur neben informativen, bildenden und kulturellen Angeboten adressiert. Köder wie Sportübertragungen erreichen das Ziel einer nachhaltigen Bindung der ansonsten abtrünnigen Zuschauergruppen an die öffentlich-rechtlichen Programme eher nicht.

Die Autoren des Gutachtens sehen die Situation ansatzweise ähnlich, auch wenn sie sich mit den Reichweitenverlusten der Öffentlich-Rechtlichen bei den geringer Verdienenden und Gebildeten nicht auseinandersetzen, sondern sich auf den Generationenabriss und die durch Internet-Nutzung erzeugten Verluste an Reichweite und Relevanz konzentrieren. Die Beschreibung des „Cloud-TV“ benennt eine Reihe von neuen Möglichkeiten für die Verbreitung von audio-visuellen Produkten und auch relevante Anbieter wie Youtube oder Amazon, mit denen sich traditionelle Fernsehunternehmen beim Wettbewerb um Nutzungszeiten konfrontiert sehen. Die Sichtweise des Gutachtens weist allerdings zwei gravierende Mängel auf:

  1. Das Internet in seinen verschiedenen Ausprägungen und Nutzungsformen (vom PC bis zum Smartphone) wird ausschließlich als weiteres _Verbreitungs_medium gesehen, nicht auch als Kommunikationsmedium. Für die Autoren sind Social-Media-Plattformen offenbar nur Spielwiesen für Algorithmen, die personalisierte Empfehlungen für den Konsum von Medienprodukten anbieten. Dass es auch Empfehlungen von Person zu Person gibt, dass Sympathie und Vertrauen aus der Kommunikation – zwischen Nutzern und auch zwischen Anbietern und Nutzern – hervorgehen und in ihr bestätigt werden, scheint ihnen nicht bekannt zu sein.
  2. Das Internet und seine Plattformen wird als neuer Wettbewerber neben den traditionellen Medien gesehen und nicht als vereinheitlichende umfassende Umgebung für alle Medien. Wenn das „Heute“ der Medienkultur zwischen 1996 mit den ersten tastenden Erkundungen netzbasierter Technologien und einer weiterhin von Dynamik und technischer Innovation geprägten nahen Zukunft des Jahres 2036 lokalisiert wird, kann es bei dieser Status-quo-Feststellung nicht bleiben.

Zur Stärkung der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Auftrags müsste ein Szenario jenseits der sich andeutenden Bruchlinie entwickelt werden. Wenn also in 20 Jahren das öffentlich-rechtliche Fernsehen für die 15- bis 69-Jährigen nicht mehr interessant ist (wie heute schon für die 15- bis 49-Jährigen) und die öffentlich-rechtlichen Medien gleichzeitig mit ihren Internet-Angeboten so wenig erfolgreich sind wie heute (Beispiel: tagesschau.de hat nur ein Drittel der Nutzer von n-tv.de), welchen Sinn haben dann noch der Auftrag und die Beitragsfinanzierung? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das öffentlich-rechtliche System unter den genannten Prämissen in 20 Jahren noch existiert, wenn es dann keinen messbaren, nennenswerten, relevanten Beitrag zur Vielfaltssicherung und zur Förderung der freien, demokratischen Meinungsbildung mehr leistet. Nur die Transformation der momentan noch ans Paradigma des Rundfunks fixierten öffentlich-rechtlichen Medien in ein netzbasiertes Mediensystem wird ihre Existenz legitimieren und sichern können. Dazu müssten die verfassungsrechtlichen, unionsrechtlichen und einfachgesetzlichen Möglichkeiten ausgelotet und zum Teil sicher neu formuliert werden.

Die Anrufung eines medientheoretisch fragwürdigen Geistwesens namens „Cloud-TV“ und auch die ausführliche Beschreibung der Bemühungen der BBC zur Ausschöpfung neuer Verbreitungswege und -verfahren hilft bei der Bestimmung einer Zukunftsperspektive für das öffentlich-rechtliche System nicht weiter. Das vom ZDF bestellte Gutachten bestätigt den Auftraggebern letztlich nur ihren Status quo. Weil sie damit keinen Beitrag zur Formulierung der Zukunftsaufgaben für das öffentlich-rechtliche System und deren medienrechtliche und medienpolitische Bahnung leisten, schaufeln die Gutachter am Grab dieses Systems mit.

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Paper (Draft version) for RIPE conference Antwerp 22–24 Sep 2016

Abstract

The paper takes the view that a complete transformation of PSM institutions and strategies is necessary to cope with the disruptive changes in media use. Broadcast enterprises are endangered by the generation rift, vanishing relevance in their traditional fields and a minor role in online competition. The unavoidable departure for the networked future has its downsides, and enthusiastic interpretations of the networked society have to be rejected. Issues like the measurement of relevance and the priorization of linearity over the non-linear and interactive poles of digital media production are treated in the second half. The argumentation ends with a hopeful consideration of regulation strategies.

Weiterlesen Networked society, disoriented audiences 
and the future of Public Service Media

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Bereits Ende der neunziger Jahre gab es Abstimmungen über das Design der Webauftritte des ARD-Verbundes. Nach einigen Jahren wurde eine Vereinheitlichung erreicht, die im wesentlichen das Layoutraster, das horizontale Menüband, die Schriften und die Farben betrafen. Auch Updates des Designs gab es. Ein Familienmitglied der öffentlich-rechtlichen Stationen hat sich allerdings oft nicht vollständig an die Design-Absprachen gehalten, der WDR.

Weiterlesen ARD-Design im Web: Wie ist das nur möglich?

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Ein gesteigertes Transparenzverlangen hat in den letzten Jahren auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erreicht. Der für eine Buchveröffentlichung geschriebene Beitrag argumentiert nach einem Blick auf die Organisationsgeschichte kritisch für eine Unterstützung des bestehenden Aufsichtssystems, in dessen Zentrum die Rundfunkräte stehen.

Weiterlesen Transparenz in deutschen Rundfunkräten

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Zuerst erschienen: CARTA.INFO | 15.06.2016

Solange die Politik zur Bewältigung von Anpassungsproblemen nur die Integrationsbereitschaft der Zugezogenen und nicht auch die Integrationsbereitschaft der Eingesessenen thematisiert, wird es eine funktionierende moderne und multikulturelle Gesellschaft nicht geben. Eine Replik auf Klaus Vater.

Weiterlesen Integrationsfähigkeit Mangelware

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