Die Darstellung der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation überrascht mit einer Novität: Es gibt jetzt ein „mediales“ und ein „nicht-mediales“ Internet. Letzteres benennt die besonders persönlichen, aktiven und kommunikativen Nutzungsformen der Online- und Mobilmedien, die garantiert in der Aufmerksamkeitskonkurrenz dem Fernsehen überlegen sind, selbst wenn dieses gleichzeitig läuft. Als „medial“ werden die Online-Nutzungen anerkannt, bei denen es um die Rezeption von Inhalten geht, die so auch auf anderen Kanälen verbreitet werden können.

Nichtmediales Internet

Ich habe mir erlaubt, diese unüberlegte und unseriöse (gekränkte?) Darstellungsform zu korrigieren. Wenn der Gesichtspunkt die Nutzungszeit (Y-Achse) ist, dann lässt sich die besonders intensive Online-Nutzung eben nicht unter den Tisch (den Strich) kehren, sondern gehört neben die anderen Säulen. Wie wird denn bitteschön Fernsehen und Radio überwiegend genutzt? Meist doch als Hintergrundmedium oder zur vorübergehenden Bespaßung. Wenn hier inhaltsanalytisch herangegangen würde, müsste dem größten Teil dieser Mediennutzung das Beiwort „tagesaktuell“ entzogen werden.

nichtmedial

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Das EU-geförderte Projekt Grundversorgung 2.0 an der Leuphana-Universität Lüneburg, als dessen „operativer Leiter“ ich Anfang 2013 hinzu-gecastet wurde, ist beendet. Seine Ergebnisse: Eine Vielzahl von akademischen Einzelveröffentlichungen, Vorträgen und Beratungsgesprächen auch im medienpolitischen Raum, ein Grimme-Online-Award, eine Social-Media-Applikation zur Beobachtung der politischen Kommunikation, eine Smartphone-App für mediendidaktische Zwecke. Wie immer in langjährigen Projekten gab es auch Ideen, die nicht zu Ende geführt werden konnten oder scheiterten. Gelungen waren mehrere Konferenzen, z. B. Neueste Nachrichten. Ansonsten kam in zweieinhalb Jahren Zusammenarbeit im Centre for Digital Cultures viel Stoff für einen Campus-Roman zusammen …

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