26.10.2016 | „Content ist King – nur so ein Spruch?“

Diese Frage stellte Michael Hanfeld, Medienredakteur der FAZ, als Moderator des Panels „Future Proof – Was macht Radio zukunftsfest?“ seinen Diskussionsteilnehmern. Womit wir bei den Inhalten, der Kreativität der Programmangebote und der Vielfalt im Digitalen, wären, die – wie oft in solchen Diskussionsrunden – leider auch in München etwas zu kurz kamen. Warum das so sei, glaubt der Medienwissenschaftler Hermann Rotermund erkannt zu haben.

Die Konzentration auf DAB+ als Verbreitungstechnik verstelle offensichtlich den Diskutanten den Blick auf den tatsächlichen digitalen Wandel, warnte Rotermund in München. DAB+ sei nicht die digitale Transformation. Vielmehr gebe es jenseits des digitalen Grabens „ein Land“, in dem die digitale Transformation zu leisten sei, nämlich die Netzumgebung. Dort spiele Content eine weit entwickeltere Rolle als einfach nur das lineare Radio, selbst wenn dieses angereichert sei mit schönen Bildern.

Es gehe bei der digitalen Transformation um die Einbettung aller Radioprogramme, aller redaktionellen Anstrengungen, in die Interaktion mit den Nutzern. Es gehe um die ständige direkte Kommunikation.

Und Rotermund geht noch einen Schritt weiter: „Ich befürchte, dass die 500 Millionen bis eine Milliarde, die die Umstellung auf DAB+ als Transformation kosten soll, eine Art Sterbehilfe für die Gattung Radio ist. Dabei wird nämlich versäumt, tatsächlich zukunftsfähige Konzepte für die Netzumgebung zu entwickeln.“

[Zusammenfassung von Inge Seibel auf dem Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien]

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06.06.2016 | Lady Eastlake (geboren als Elizabeth Rigby 1809, gestorben 1893) war eine streitbare Kunst- und Kulturkritikerin, die sich durch viele Beiträge bereits als freie Autorin und Übersetzerin Anerkennung erworben hatte, bevor sie vierzigjährig Sir Charles Eastlake (1793–1865) heiratete. Dieser war Maler, Übersetzer von Goethes Farbenlehre, Präsident der Royal Academy, Direktor der National Gallery und – auch erster Präsident der Photographic Society (1853). Der Eastlake-Kreis hatte großen Einfluss auf die kulturelle Meinungsbildung.

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Ein junger Mann ist stolz darauf, in der Zeitung erwähnt zu werden. Er war betrunken unter einen Schlitten geraten und wurde leicht am Kopf verletzt. Nun kennt ihn ganz Russland.
(Anton Tschechow: Freude)

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Design Museum Danmark

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Die Geschichte der Rechenmaschinen von Charles Babbage (1791–1871) lässt sich schnell zusammenfassen: Er plante und baute von 1822 bis etwa 1833 an der ersten Difference Engine, mit der unter anderem Logarithmentafeln berechnet werden sollten. Nur Teile dieser Maschine wurden zu seinen Lebzeiten gebaut. Babbage begann dann mit der Entwicklung der Analytical Engine, von der ebenfalls nur Fragmente gebaut wurden. Sie gilt als Vorläufer moderner Universalcomputer und sollte lochkartengesteuert beliebige Programme ausführen können. Während der Arbeit an diesem Automaten revidierte Babbage Ende der vierziger Jahre seine Entwürfe der Difference Engine, wobei er unter anderem die Zahl der benötigten Teile von 25.000 auf 8.000 reduzierte, bei gleicher Funktionalität. Diese Difference Engine 2 wurde 1991 für das Science Museum in London gebaut (ein zweites, nicht völlig identisches Exemplar schenkte der Unternehmer Nathan Myhrvold dem Computer History Museum in Mountain View, Cal.). Die Konzeption dieser Maschine wurde ausführlich von Doron Swade beschrieben, der als Kurator für das Science Museum arbeitet.

Quelle: Wikipedia

Ein mit relativ geringen Mitteln ausgestattetes Projekt, das Adrian Johnstone und Elizabeth Scott am Royal Holloway College der University of London ins Leben gerufen haben, widmet sich aktuell einer umfassenden Simulationsaufgabe. Es konvertiert die von Babbage zur Beschreibung seines Konzepts verwendete Mechanical Notation in eine moderne Programmiersprache, die es dann ermöglicht, die Maschine selbst in Form von 3D-Animationen zu simulieren und letztlich Stück für Stück auszudrucken.

Ein bereits ausgedrucktes Teilstück der DE2. Quelle: Vortrag von Adrian Johnstone zum 200. Geburtstag von Ada Lovelace

Wenn das Projekt abgeschlossen ist und der entwickelte Code als Open Source online ist, wird sich jeder Interessent eine Babbage-Maschine ausdrucken und ins Wohnzimmer stellen können. Wer nicht so lange warten möchte, kann das auch heute schon mit Lego versuchen.

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Eine Publikation von SEAT mit einigen Content-Schnipseln aus Frankfurt?
Eine Publikation von SEAT mit einigen Content-Schnipseln aus Frankfurt?

Nervt.

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Das soeben novellierte WDR-Gesetz enthält eine Bestimmung zur Reduzierung der Werbezeit – im Hörfunk: „Ab dem 1.1.2017 ist im Hörfunk des WDR Werbung im Umfang von insgesamt bis zu 75 Minuten werktäglich im Jahresdurchschnitt zulässig; Werbung darf in bis zu zwei Hörfunkprogrammen platziert werden. Ab dem 1.1.2019 ist im Hörfunk des WDR Werbung im Umfang von insgesamt bis zu 60 Minuten werktäglich im Monatsdurchschnitt zulässig; Werbung darf nur in einem Hörfunkprogramm platziert werden.“ Alle Fraktionen des nordrhein-westfälischen Landtags treten für eine Reduzierung oder Einstellung der Werbung in öffentlich-rechtlichen Programm ein; insofern war die Entscheidung keine Überraschung.

Weiterlesen Das Radio als Medium

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Das Verschwinden der Markierung in der Menge
Das Verschwinden der Markierung in der Menge

Eins ihrer Vorhaben, nämlich den Nachklang des Spenglerschen Denkens in der Postmoderne nachzuweisen – erfüllte die Lüneburger Konferenz nicht. Die Resonatoren Gotthard Günther und Henry Kissinger sind definitiv nicht postmodern, ebensowenig Adorno, der inzwischen schon vergessener ist als Spengler. Den Vortragenden fehlte der Mut oder das Interesse, über Anspielungen auf Deleuze oder Sloterdijk hinauszugehen. Quellen und Kontexte von Spenglers Denken wurden hingegen sehr produktiv aufgeschlossen. Buch folgt (vielleicht erst 2017).

Warum jetzt, in der Post-Postmoderne, für manche Spengler der Philosoph Nr. 1 ist, sollte auf einer anderen Konferenz geklärt werden.

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Freitag, 18. April 1924

Mittwoch, 16., Rudi Kaysers* Hochzeit. Interessant Albert Einstein. Gutaussehend. Klare Augen, schalkisch, gutherzig, mokant aus der Ferne, plötzlich hoheitsvoll. Musik: Händel, Mozart. Einstein spielte warm, doch Mozart zu leicht und dabei mit verschlepptem Tempo. Kaltes Essen mit humorvoller Rede Einsteins.

Montag, 13. Dezember 1926

Albert Einstein rief an. An meinen Gedichten habe ihn „manches interessiert“, von all meiner Prosa gefielen ihm am besten die Reiseberichte. In einem Tone, als wäre es selbstverständlich, dass ich diesen Frechheiten zustimme. Ich muss es ihm doch einmal richtig klar machen, dass ich gar nicht dran denke, meine Arbeit so preiszugeben und bagatellisieren zu lassen.

Donnerstag, 14. März 1929

Große Gesellschaft bei Fischers. Musik: B-dur-Trio von Mozart, Sandor ausgezeichnet, Boris Schwarz. Frau Philippine Landshoff sang nicht gut. Kerr sprach auf Einstein. Wassermanns, Kaysers, Leonhard Frank, Valeriu Marcu, Chapiro, Klaus und Erika Mann.

Donnerstag, 4. Mai 1933

Der arme Fulda tut mir leid. Auch sein Sohn, der sechs Jahre Jurist war und nun keinen Ort mehr in Deutschland hat. Bitternisse über Bitternisse geschluckt. So wird es weiter gehen bis zum ebenso bitteren Ende. Hier ist nicht mehr die Frage von Schuld und Nichtschuld, Recht und Nichtrecht. Alles Befehl der Gewaltigen. Im Verlage Dr. Bermann nett, aber zerstreut, wie so oft. Kayser fragte mich, ob ich Einsteins Flügel einstellen wolle. Merkwürdige Bewegung.

Donnerstag, 18. Mai 1933

Gegen sieben Uhr abends kam Albert Einsteins Flügel von Rudolf Kayser. Einweihung mit Bachs Chaconne und Glucks Gavotte. Berauscht von dem vollen, poetischen, tragenden, geballten Klang. Eine uralte Sehnsucht, auf einem Flügel statt einer dünn zirpenden Drahtkommode spielen zu dürfen, hat sich so erfüllt. Auf wie lange, weiß ich zwar nicht, aber es bleibt der tagende Tag.

Sonntag, 21. Mai 1933

Gestern und vorgestern immer ein wenig musiziert. Es macht unerhörte Freude auf dem Flügel. Es lockert und beschwingt das Innere, die Musik ist mir jugendlich stärker. Ein angsterregender Haufen Manuskripte.

Sonnabend, 18. August 1934

Aufregung über Aufregung. Am 2. August ist Reichspräsident Hindenburg gestorben. Was damit zusammenhängt. Morgen Abstimmung wegen des Nachfolgegesetzes. Gestern Hamburger Rede. Flaggen ist befohlen. Das Testament. Usw. Seit gestern hat Ludwig Kropff einen Radioapparat. Musiziert. Schubert. Schumann. Ziemlich viel, aber in letzter Zeit nicht mehr.

Freitag, 24. April 1936

Größeste Sorge um den Verlag. Gestern war der Abschied für Dr. Bermann. Suhrkamp hatte die schöne Idee gehabt, einen großen Strauß dunkelroter Rosen an alle Mitarbeiter zu verteilen, wenige ernste Abschiedsworte zu sagen, denen der Vorstand des Aufsichtsrats Dr. Sarre sich anschloß. Bermenn dankte bewegt und sammelte mit Händedruck an jeden die Rosen ein, so dass sie wieder den Strauß bildeten. Nachher in Sorge und Verwirrung durch die Straßen. […] In jüngster Zeit eindringlich Bach gespielt.

[Oskar Loerke Tagebücher]

* Rudolf Kayser, Ehemann von Einsteins Stieftochter Ilse, Chefredakteur der Neuen Rundschau und wie Loerke Lektor im Verlag S. Fischer. Emigrierte nach einem Zwischenaufenthalt in Amsterdam 1935 in die USA.

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